Tom Launhardt

Traurige Nachricht: Tom Launhardt verlor den Kampf gegen den Krebs.

Gestern abend hatte ich ein wunderschönes Konzert im Detmolder Weinladen „In Vino Veritas“ und spielte dabei ausschließlich meine geliebte Snetberger Signature Fusiongitarre von Launhardt Guitars. Das Modell, das mehr als jede andere Gitarre meine Musik beeinflusste und maßgeblich prägte und live immer dabei ist. Glücklicherweise habe ich noch eine Reihe anderer Modelle von ihm. Das Konzert war eins der schönsten der letzten Jahre. Während des Spiels hatte ich das Gefühl, eine Kraft würde mich unterstützen, etwa wie Rückenwind beim Fahrradfahren. Alles lief so rund im Flow, der Sound war perfekt. Beim Soundcheck, folgte ich einer Eingebung und improvisierte eingängige Melodien über ein paar Akkorde, beides kam von irgendwo her, lag in der Luft.

Heute erfuhr ich, dass Tom Launhardt gestern im Alter von nur 53 Jahren viel zu früh gestorben ist, die meisten von uns wussten von seinem Krebsleiden erst seit der diesjährigen Frankfurter Musikmesse. Wenn ein Gitarrenbauer mit seinen Instrumenten die Arbeit von Musikern prägt und Künstler vom Format eines Ferenc Snétberger  und Weggefährten wie Andreas Cuntz ihn als besten deutschen Gitarrenbauer bezeichnen, dann hat er wohl eine Menge richtig gemacht. Darüber hinaus war er selbst an den Instrumenten Gitarre, Mandoline und sogar Querflöte ein klasse Musiker und war seit 2010 erfolgreich mit dem Trio Mandowar an der Mandoline unterwegs, die wohl mittlerweile sein Lieblingsinstrument geworden war. Vor allem war er ein ganz feiner Kerl, immer gut drauf mit ganz viel Herz und Sinn für Humor. Gerne denke ich zurück and die vielen Momente, wo wir herum gealbert haben und herzlich gelacht haben. Es war schier unmöglich, sich nicht von seinem sonnigen Gemüt mitreißen zu lassen. Ich würde mir wünschen, dass er mich vielleicht sogar auf seinem letzten Weg hören konnte und nun seinen Frieden findet. Seiner Frau Christin und Familie wünsche ich ganz viel Kraft. Ich finde es wunderbar, dass Toms Werkstatt in seinem Sinne weitergeführt wird. Nun folgte Tom also seiner geliebten Hündin Wanda und sitzt mit all den erst kürzlich verstorbenen Größen der Rockmusik zusammen. Wir werden ihn alle vermissen, jeder auf seine Art und immerhin bleiben uns aber zum Trost die Instrumente. Der folgende Clip zeigt ‚Heureka‘, gespielt auf der Snetberger Launhardt im Hintergrund ist ein Akustikbass und eine irische Mandoline, ebenfalls von Thomas Launhardt zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=OLVPz8T0UAg

Update vom 20. Juni: Mittlerweile fiel mir die Aufgabe zu, einen Nachruf für Akustik Gitarre zu verfassen. Parallel dazu habe ich inzwischen die Akkorde und Melodien vom Soundcheck zu dem fertigen Stück „Tom’s Farewell“ ausgearbeitet. Wer weiß, möglicherweise kam die Inspiration am Freitag ja ohnehin von ihm. Adieu, Tom!

Jens Hausmann